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Es werden Posts vom September, 2020 angezeigt.

Die beobachtenden Außenseiter: Warum wir Journalisten nicht dazu gehören

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Foto von Helena Lopes von Pexels Wenn ich mich mit Menschen auf einem Termin treffe, um über sie oder ein bestimmtes Thema zu sprechen, geht es nie ausschließlich darum. Wir sind alle Menschen, mein Gegenüber wie ich, also wäre es äußerst skurril, direkt nach dem Hallo die Fragen rauszuschießen. Meistens sprechen wir vorher, beschnuppern uns ein wenig und auch am Ende springe ich nicht direkt auf, um zu verschwinden.  So kam es, dass ich im Sommer vergangenes Jahr in einem Vereinsheim saß und mit den Vorsitzenden und Übungsleitern über ein bestimmtes Thema sprach. Ich war erst wenige Monate in meinem Job, hatte aber das Gefühl, langsam anzukommen. Ich knüpfte Kontakte, vernetzte mich, also nutzte ich auch an diesem Abend die Chance. Nachdem wir alles Wichtige besprochen hatten, boten mir die Herren - alle über 50 - ein Bier an und weil ich ohnehin nach dem Termin Feierabend hätte, nahm ich ausnahmsweise das Angebot an.  Angekommen ist nicht gleich angekommen Untereinander entw...

Gaffen und verarbeiten? So geht es uns Journalisten, wenn wir über Unfäll berichten

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Symbolfoto von Artyom Kulakov von Pexels Ich erinnere mich noch genau an diesen Dienstag. Er lief perfekt. Ich hatte meinen Termin direkt nach der Mittagspause machen, genügend Informationen abgreifen und mich rechtzeitig auf den Weg zurück zur Redaktion begeben können. Keine Störfaktoren, nichts, was den Feierabend verzögert. Weil ich mein Auto dabei hatte statt des Firmenwagens, stimmte auch der Sound der Musikanlage und so hörte ich einfach meine Lieblings-Playlist bei strahlendem Sonnenschein, denn es herrschte Hochsommer, wie er schöner nicht sein könnte. Perfekt eben. Hätte ich an diesem Tag nicht meinen ersten Unfall mit beruflicher Mission erlebt.  Ein Blitzer? Nein. Das Rathaus, in dem ich eben zu Besuch war, und die Redaktion trennen 25 Kilometer, etwa eine halbe Stunde. Die Strecke verläuft über Land. Deshalb wunderte ich mich, dass mir ein entgegenkommender Autofahrer wenige Kilometer vor dem Ziel plötzlich Lichthupe gab. Okay, ein Blitzer, dachte ich, danke. Also brem...